Musiktherapie – was ist das?

Musik und Rhythmus finden ihren Weg zu den geheimsten Plätzen der Seele

Platon

Musik wirkt.

Ob wir wollen, oder nicht.

Musik spricht unsere ältesten Gehirnregionen an.

Musik löst Emotionen aus und bringt Emotionen zum Ausdruck.

Musik und Rhythmus begleitet uns vom ersten bis zum letzten Atemzug. Wir sind Musik.

Für mich ist Musiktherapie die Verschmelzung der archaischen Kraft der Musik  und den Wirkfaktoren der Psychotherapie, basierend auf Erkenntnissen der Neurowissenschaften, Grundlagen der Psychologie und der Medizin.

Musiktherapie schafft einen therapeutischen Raum in dem Heilung stattfinden darf. Gespräch – Musik – Stille und bewusste Selbstwahrnehmung wechseln einander ab.

Musik und Rhythmus finden ihren Weg zu den geheimsten Plätzen der Seele

Platon

Häufig gestellte Fragen:

Für wen ist Musiktherapie geeignet?

Musiktherapie ist für fast alle Menschen und Lebenssituationen geeignet. Es braucht keine Vorkenntnisse und auch keine besonderen Begabungen. Da Musik etwas sehr Universales ist, wirkt sie bei uns auch, wenn wir nicht genau wissen, worum es dabei geht, oder wie wir Musik aktiv einsetzen können.

Das Arbeitsfeld der Musiktherapie ist sehr umfassend und ich möchte nur ein paar Beispiele nennen, wo Musiktherapie in der Arbeit mit Kindern und Erwachsenen eingesetzt wird.

  • Psychischen Erkrankungen
  • Psychosomatischen Erkrankungen
  • Posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Autismusspektrumstörung
  • Entwicklungsstörungen
  • Krisen und Trauerarbeit
  • Onkologischen Erkrankungen
  • Geistigen, Körperlichen oder Mehrfachbehinderungen

Neben der Behandlung von Leidenszuständen bietet Musiktherapie auch die Möglichkeit der Selbsterfahrung, der Unterstützung im Prozess von Paar-Beziehungsarbeit und Teambildung und auch dem Coaching und der Prävention.

Welche musikalischen Vorkenntnisse sind notwendig?

Atmung und Herzschlag – mehr nicht.

Sie brauchen weder ein Instrument zu beherrschen, noch voll Selbstvertrauen singen zu können. Es genügt, wenn Sie die Bereitschaft mitbringen sich selbst näher kennen zu lernen.

Viel zu vielen von uns ist schon früh die eigene Musikalität und die Freude am musikalischen Ausdruck – einem urmenschlichen Bedürfnis – vergällt worden. In der Musiktherapie gibt es keine ästhetische Bewertung, keine Leistung und auch kein „richtig“ und „falsch“ – es gibt Klänge, Geräusche, Harmonien, Rhythmen und alles was ist, ist wahr und darf sein.

Gemeinsam reflektieren wir dann das eben gehörte, gespielte, wahrgenommene und Sie werden überrascht sein, was alles in Ihnen steckt und schon lange darauf wartet zum Ausdruck gebracht zu werden.

Wie wirkt Musiktherapie?

Musiktherapie beruht auf mehreren gesundheitsförderlichen Wirkfaktoren. Die folgende Auflistung ist nicht vollständig, sondern soll nur einen ersten kleinen Einblick in die Möglichkeiten und Besonderheiten der Musiktherapie geben.

  • Die physiologische Wirkung die Musik auf die meisten Menschen hat. Sie berührt uns, sie entspannt uns, sie aktiviert unser internes Belohnungssystem, ähnlich wie Essen, Sex oder Rauschmittel.
  • Die ganz individuelle Wirkung die bestimmte Musikstücke, Klänge, Geräusche, Rhythmen auf uns ausüben – ausgelöst durch mit diesen Eindrücken aus der Vergangenheit abgespeicherten Emotionen.
  • Die Wirkfaktoren der therapeutischen Beziehung und Empathie, die auch den meisten anerkannten Psychotherapeutischen Verfahren zu Grunde liegt.
  • Die kathartische Wirkung, die durch den aktiven kreativen Ausdruck von Emotionen und unaufgearbeitetem seelischen Material Kräfte freisetzt und seelische Blockaden löst.

In meinen regelmäßigen Selbsterfahrungsseminaren biete ich die Möglichkeit die Methode und meine Arbeitsweise kennen zu lernen, ohne gleich eine Therapie zu beginnen.

Wer darf Musiktherapie anbieten?

In Österreich dürfen das ausschließlich eingetragenen Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten. Sowohl die Berufsbezeichung, als auch die Tätigkeit sind geschützt.

Gerade am Gesundheitssektor gibt es unzählige verschiedene Richtungen und Strömungen, auch andere die mit musikalischen Mitteln arbeiten. Inhalte, Ansätze und Arbeitsweisen sind kaum vergleichbar und die Qualität der Ausbildungen ist sehr verschieden, was natürlich hinsichtlich Vertrauenswürdigkeit enorm verunsichern kann.

Wer sich in Österreich Musiktherapeutin oder Musiktherapeut nennen darf, hat zunächst eine mehrtägige Aufnahmeprüfung bestanden und wurde zu einem mehrjährigem Universitätsstudium zugelassen. Im Rahmen dieses Studiums werden fundierte Kenntnisse in den Bereichen Medizin, Psychologie und Psychopathologie, Musik und Harmonielehre  u.v.m. erworben und sehr viele intensive Selbsterfahrungsstunden, wie auch Praktikumsstunden absolviert und durchlebt. Musiktherapie ist viel zu umfangreich um an ein paar Wochenendterminen seriös erlernt werden zu können.

Das Berufsgesetz verpflichtet zu Verschwiegenheit, Dokumentation und regelmäßiger Weiterbildung bzw. Supervision. Es gibt ethische und juristische Richtlinien und ich übe meinen Beruf verantwortungsvoll und mit Integrität aus.

Was unterscheidet Musiktherapie von verbaler Psychotherapie?

In erster Linie die Musik. Während die Regeln und Techniken psychotherapeutischer Gesprächsführung auch in der Musiktherapie angewandt werden, spielt die Musik eine große Rolle als zusätzliches Medium, also eine Erweiterung einer ausschließlich verbalen Psychotherapieform.

Das bereichert  die Arbeit mit all jenen Menschen, die auch verbal gut erreichbar sind. Beispielsweise können Erlebnisse, Verdrängte Emotionen und Prägungen, die in einer vorsprachlichen Entwicklungszeit ihren Ursprung haben, effizient aufgestöbert und durchgearbeitet werden.

Gleichzeitig erweitert diese Qualität der Musik auch den Personenkreis, die mit Musiktherapie gut erreichbar sind um all jene, die durch rein verbale Verfahren nicht sinnvoll behandelbar wären. Dazu zählen Kinder die noch keine, oder keine ausreichende Sprache entwickelt haben, Menschen, die durch verschiedene Ursachen ihre bereits erworbene Sprachfähigkeit eingebüßt haben. (Schlaganfall, Unfall, Demenz, etc.), Menschen mit mehrfachen Behinderungen, aber auch Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und – störungen.

Welche Instrumente kommen zum Einsatz?

Das musiktherapeutische Instrumentarium ist sehr reichhaltig, bunt gemischt und facettenreich. Die meisten Instrumente sind so strukturiert, dass ohne Vorkenntnisse darauf gespielt werden kann, es gibt aber auch klassische Instrumente wie Klavier, Gitarre und Akkordeon, die ihre Verwendung finden. Mit ein paar Tricks kann auch auf diesen mächtigen und manchmal einschüchternden Instrumenten ohne Vorkenntnisse musikalischer Ausdruck stattfinden.

Die Instrumente laden dazu ein, mal kurz berührt, bestaunt und zum Klingen gebracht zu werden. Meist ist die Spielweise selbsterklärend, oder bereits bekannt und in gut bestückten Therapieräumen findet sich dann auch noch das eine oder andere exotische „Schmankerl“, das die Neugier weckt und schnell vergessen lässt, dass Musik bisher mit dem Dogma „ich bin unmusikalisch“ besetz war.

Ein kleiner Auszug aus meiner Musiktherapeutischen Praxis

  • Xylophon
  • Djembe, Tambourin und viele andere Trommeln
  • Schlagzeug
  • Schellenring, Schellenstab und Schellenkranz
  • Leier
  • Flöten und Pfeifen
  • Kastagnetten, Rasseln
  • Regenstab und Oceandrum
  • Gong
  • Glockenspiel
  • Guiro
  • Boomwhackers
  • Klangschalen
  • Klangstäbe
  • Hackbrett
  • Klavier
  • Akkordeon
  • Gitarre

und vieles mehr

 

Musiktherapie, ist das die Musik beim Zahnarzt?

Nein. In diesem Kontext, wo die Wirkung der Musik ausschließlich dafür eingesetzt wird den Entspannungszustand zu erhöhen um Angst, Stress und Schmerzen entgegen zu wirken handelt es sich „nur“  um das Phänomen, dass Musik auch als Medizin eingesetzt wird.

Musiktherapie findet nicht ohne Therapeutin oder Therapeuten statt und lässt sich auch nicht auf eine ausschließliche Berieselung reduzieren. Vergleichbar damit ist auch Filmmusik, die vor allem Emotionen auslösen und verstärken soll, natürlich keine Musiktherapie.

Die therapeutische Beziehung ist grundlegend wichtig, darum kann es auch keine musikalische Hausapotheke geben.

Musiktherapie, sind das so Klangreisen zum Entspannen?

Auch.

Wenn es mir indiziert erscheint, oder auch von Klienten gewünscht wird und im Rahmen von Selbsterfahrungsseminare gestalte ich immer wieder voll Freude auch Klangreisen.

Tatsächlich aber macht diese Methode nur einen sehr kleinen Teil meiner musiktherapeutischen Arbeit aus. Klangreisen sind toll, können entspannend, anregend und erfrischend wirken – aber Musiktherapie ist viel viel mehr als das.

Musiktherapie ist Interaktion und Reflexion, Klang und Stille, Rhythmus und Harmonie, hören und selbst spielen und ein Brücke direkt zu unseren Emotionen. Musiktherapie bietet die Möglichkeit zur tiefen Selbsterkenntnis, zum Ausprobieren von Handlungen und Situationen, hineinversetzen in andere Rollen und auch das Aufdecken von Prägungen und Mustern. Dazu arbeiten wir mit sehr vielen verschiedenen Methoden, eine davon sind eben auch Klangreisen.

Sind Sie neugierig geworden?

Ich freu mich auf ein Kennenlernen.